Kreckow war eine selbständige Pfarre. 1541 wurde es eine Filiale von Helpt und ist dies geblieben, bis es 1922 als Filiale zu Groß Daberkow gelegt wurde.
Jetzt gehört Kreckow zur Kirchgemeinde Woldegk.

Pastor ist seit 1999 Eckehardt Kändler.


Baugeschichte:
Die Kirche ist ein frühgotischer, ehemals gewölbter vermutlich turmloser Feldsteinquaderbau vom Ende des 13. Jh. Der Bau ist auf zwei quatratische Gewölbefelder über einem Rechteck von 8x16m Innenmaß angelegt bei einer Mauerstärke von 1.20m. 1749 wurde an der Westseite ein massiver Turm angebaut, 1752 an der Nordostecke zwei Gruftgewölbe, in denen die Gebeine der Besitzer von Kreckow aufbewahrt wurden. Die Särge wurden 1930 vor dem Altar im Kirchenschiff beigesetzt.

Eingänge befinden sich an West- und Südseite. Das Westportal wurde bei der Erbauung des Turms ausgeführt und mit einem barocken Gesims überdacht, darunter flach vortretende Putzfüllungen mit Hängetropfen
(ähnl. St. Nikolai in Friedland).

Die ehem. Priesterpforte an der Südseite mit Granitgewände und stumpfen Spitzbogen dient heute als Eingang. Die alte Tür mit dem Schloß in einem groben Holzklotz ist noch erhalten.

Die Fenster sitzen in jedem Gewölbefeld, je eins in der Mitte. Sie sind barock vergrößert.

Das Kirchendach hat einen liegenden Kehlbalkendachstuhl mit Andreaskreuzen im Längsverband. Bis zur Sanierung 1977 hatte das Dach barocke Fledermausluken.

Innen finden wir heute eine gerade Balkendecke. An den Wänden sind die stumpfspitzbögigen Schildbögen für die beiden ehemaligen sehr tief ansetzenden Kreuzgewölbe sichtbar.

Der barocke Kanzelaltar aus Holz und das Kirchengestühl stammen aus der Mitte des 18.Jh.

Vor dem Altar sind in den Fußboden eingelassen zwei Grabplatten aus Sandstein mit den Geburts- und Sterbedaten Wilhelm Ludwig von Bissings und seiner Frau Christina Sophia geb. Lehsten. Darunter das Doppelwappen der Bissing und Lehsten.

Der Turm, 1749 gebaut, hat einen Unterbau aus Feldsteinen und Ziegeln in der gleichen Breite wie das Kirchenschiff. Der Helm des Turms ist mit Schiefer gedeckt.

In der Wetterfahne findet man das v. Bissingsche und v. Lehstensche Wappen sowie die Jahreszahl 1749.


Das Grabmal:
Die Westseite ist mit einer im Turm gelegenen gewölbten Halbkreisnische geschlossen, in die ein gußeisernes Grabdenkmal eingebaut ist.

Auf der Gedächnistafel findet sich eine Inschrift zu Ehren des Grafen Wilhelm von Schwerin aus dem Hause Wolfshagen, gefallen 1815.


Die Glocke:
Früher hatte die Kreckower Kirche zwei Glocken. Auf der größeren fand man den Namen des Reichsgrafen von Schwerin, gegossen von den Gebrüdern Schwenn in Stettin 1827.

Auf der kleinen Glocke - eine der ältesten in der Gegend - ist die Inschrift "Anno MCCCCXCVIII [1498] help anna sulf drydde" zu lesen.

Sie wurde bei Kriegsbeginn ausgebaut und zur Sammelstelle (nach Woldegk?) gefahren und abgegeben. Doch am nächsten Morgen befand sie sich wieder im Turm! Einige Zeit stand sie unten im Turm, später wurde sie wieder aufgehängt.

Auch die alte Kirchturmuhr steht noch - verrostet - im Turm.
Zum 700. Dorfjubiläum wurde eine neue Uhr - eine Funkuhr - mit neuem blau-goldenem Ziffernblatt eingebaut. » mehr darüber


Turmfalken:
Im November 1997 wurde im Kirchturm eine Brutstelle für Eulen eingerichtet. Im April 1998 zog ein Falkenpaar ein und brütete. Bis Anfang Juni 2002 lebten die Turmfalken auf dem Kirchturm (am 1.6. sollten 6 Junge beringt werden und - wurden totgebissen aufgefunden).
Seit einigen Jahren fliegen die Falken nun wieder.

Auf dem Friedhof steht eine alte denkmalgeschützte Linde mit einem Stammumfang von über sieben Meter.



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Quellen:
Dorfchronik, gesammelt, bearbeitet und zusammengestellt von Frau U. Menski.

Kunst und Geschichtsdenkmäler von Meckl.-Strelitz, Bd.I: Das Land Stargard. II.Abteilung. Neubrandenburg 1925












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